la monodromie dialectique

Just another WordPress.com weblog

Kunst und Affirmation V: die Revolutionaere

with 11 comments

Vielleicht noch eine Bemerkung zu jenem ‘Che’-Phaenomen: ohne mich hier zu sehr mit ‘linken Idealen’ in Opposition zu begeben, lassen sich, wie man nicht umhin kommt festzustellen, doch nicht unerhebliche Beruehrungspunkte zwischen der Biographie des Gottvaters aller Revolutionaere und den veganen Muesliessern einer Scherer 8 oder Kreuzberger Schinke09 aufzeigen: man kommt im allgemeinem aus gutbuergerlichem Hause, hat studiert, hat womoeglich seine/Ihren Marx gelesen und befindet sich nach initialem Durchlaufen dieser gesellschaftlichen Konditionierungsphase in vielerlei Hinsicht der Position Che Gueveras naeher als der seiner ungezaehlten Mitstreiter und diese ist: eine Art elaboriertes Mitgefuehl mit den Armen und Entrechteten, ein diffuses Oppositionsgefuehl den ‘eigentlich Maechtigen’ gegeneueber, dabei aber immer so eine Art Privilegiertenrolle in der scheinbar anarchistischen Position wahrend, d.h. wir entscheiden wer Staub frisst zum Wohle der Revolution, wir sind diejenigen, fuer die sich alle in den Kugelhagel werfen, wir sind sogar diejenigen, die nicht einmal der Feind wagt, in allzu billiger Position zu erschiessen. In dieser Lesart ist Che im Geiste ungefaehr oder nahtlos bei der Scherer 8 anzusiedeln und die Leute, die auch Che Guevera im Zweifelsfalle, naemlich etwa bei Verrat oder Desertion oder auch nur Zuwiderhandlung ziemlich kurzerhand erschoss/an die Wand stellen liess, das sind die Leute von gegenueber, die streetfighter. Und so kann man diesen im Grunde kaum uebelnehmen, dass sie wahrscheinlich nur zu genau wissen, dass sie das Kanonenfutter fuer eine ‘Revolution’ sind, die an ihrer Situation und Armut wenig, an dem Renommé der buergerlichen Scherer8-Leute und ‘Revolutionsfuehrer’ in spe aber umso mehr aendern wird, eine Revolution, die die Privilegien der sprichwoertlichen 1% abschaffen soll, die aber in ihrer allzu abstrakten Gleichheitsproklamation (hier liebt man die Abstraktheit einmal) die Vorherrschaft des Buergertums auf tautologische Weise erhaelt. Und so hat auch Che Gueveras Werdegang und dessen Abgruende bedrueckende Aehnlichkeit mit der Biographie Louis-Ferdinand Célines, der, wie Che, als Arzt sich gleichzeitig fuer das Leiden der Armen in prosaischen Worten erwaermte und andererseits (siehe ‘Voyage au bout de la nuit’) deren Tod und Leiden an nicht wenigen Stellen in fast haemische Worte kleidete, zu sehr waehnte man sich dann doch von ‘anderem Kaliber’, etwa als man den Tod einer Tochter aus armer Familie nach einer illegalen Abtreibung im Beisein der vor allem um ihren Ruf besorgten, Familie beschreibt und den Helden des Romans, einen Arzt, gleichzeitig angewidert und beruehrt, nichts unternehmen laesst um den sicheren Tod der Frau abzuwenden. Und natuerlich das Buergertum, die Medizinergilde, die immer schon dort zu helfen meint, wo es im Grunde vor allem darum geht, ihr Weisungsrecht ueber Leben und Tod aufrechtzuerhalten, zu etablieren, eisern zu verteidigen, hier stecken die Keime des europoaeischen Faschismus und Kolonialismus womoeglich tiefer als in jeder anderen Zunft und Che Guevera bezeugt spaetestens hier unfreiwillig, wie tief er dem europaeischen Denken verhaftet ist, das ganz abseits der Mathematik, die Technik, die wissenschaftliche Terminologie und das kuehle Abwaegen im Angesicht der Menschenleben, den bodycount, ueber die Gnade und die Moral stellt:

During the guerrilla campaign, Guevara was also responsible for the sometimes summary execution of a number of men accused of being informers, deserters or spies.[68] In his diaries, Guevara described the first such execution of Eutimio Guerra, a peasant army guide who admitted treason when it was discovered he accepted the promise of ten thousand pesos for repeatedly giving away the rebel’s position for attack by the Cuban air force.[69] Such information also allowed Batista’s army to burn the homes of rebel-friendly peasants.[69] Upon Guerra’s request that they “end his life quickly”,[69] Che stepped forward and shot him in the head, writing “The situation was uncomfortable for the people and for Eutimio so I ended the problem giving him a shot with a .32 pistol in the right side of the brain, with exit orifice in the right temporal [lobe].

Und es ist bezeichnend, dass es, wie schon im Falle Célines, gerade die Protagonisten der eher ‘weichen empirischen Wissenschaften’ sind, die das eigene Ruestzeug, die (scheinbar) ‘wissenschaftliche Perspektive’, im Zweifelsfalle ueber das Leben der anderen stellen und dieses vollstaendig hierdurch perzipieren, denn es gibt keine Zweifel, keine Fallstricke im dehnbaren Formalismus, kein oder wenig Bewusstsein der Grenzen des eigenen Weltbildes und es ist bemerkenswert, dass Celine sich in aehnlicher Weise fuer das Leid der Versuchstiere einsetzt wie er den Tod der Schwangeren mit Haeme schildert, die Versuchstiere sind am Ende nicht diejenigen, die er ein wenig doch fuerchtet, an denen sich am Ende doch entscheidet, welches Andenken ihm gesetzt wird, an denen sich entscheidet, ob er als grosser Revolutionaer oder als kleingeistiger Vorteilsnehmer in die Geschichte eingeht.

Written by andreask9

February 7, 2012 at 10:15 pm

Posted in Uncategorized

11 Responses

Subscribe to comments with RSS.

  1. ..noch einmal kurz zu dieser oben angerissenen Tendenz der ‘buergerlichen Elite’ explizit oder implizit die Verantwortung fuer ‘Regression’ im weitesten Sinne auf den ‘Proleten’, ‘die anderen’ und gewissermassen die ‘Ganoven’ zu schieben an folgendem Beispiel: man geht auf die Berlinale und sieht den Film einer (weissen) britischen Gender-Aktivistin, in dem diese die Raumnahme durch ‘maennliches Verhalten’ durch eine von von Frauen vorgenommene ‘maennliche Gender-Performance’ anprangert, soweit so gut koennte man sagen, sowenig erstaunlich aber auch: maennliches Performieren, maennliche Koerpersprache sind im Alltagsbewusstsein spaetestens seit Dieter Bohlen und Helmut Kohl so ziemlich jedem bis zur Neige bekannt und niemand wird durch Exemplifikation dessen ernsthaft verletzt, mehr noch: die tendenziell stereotype Darstellung verdeckt, dass sich maennliche Raumnahme oftmals viel subtiler darstellt, etwa wuerde man niemals von ‘maennlicher Raumnahme’ sprechen, wenn all jene Berlinale-Bonzen mit ihren, entschuldigung, gepuderten Tussen nach den diversen Premieren im Daimler nach Hause cruisen, stattdessen zieht man sich an den Prolls in der U-Bahn hoch, denn die U-Bahn in Berlin, das ist nunmal ein ‘Unterschichtfahrzeug’:

    “Wir fahren mit der UBahn nach hause. Am Gleisdreieck ist sie recht voll, aber nicht übervoll. Männer sitzen auf den Bänken, zwischen ihnen ist Platz, aber nicht wirklich nicht genug für uns. Der eine sitzt quer über zwei Plätze, ich zwänge mich zwischen ihn und seinen Nebenmann. Er bewegt seine Beine keinen Milimeter, schaut aber ganz verärgert, dass ich mir den Platz nehme. Wenig später setzt sich ein anderer Typ neben meine Begleiterin, nimmt sich allen Raum, den er braucht, Beine breit, Ellbegogen in die Seite rammend, wenn er auf seinem Handy rumtippt, Musik laut hörend.”

    http://andersdeutsch.blogger.de/

    Man findet hier etwas naiv Belege fuer Diane Torrs Film und verhaelt sich nicht anders als eine weisse aeltliche Berlinale-Bonze in ihrer Entruestung um die ‘Unflaetigkeit’ der Unterschicht-Jugend es taete, auch der Tagesspiegel, sonst fuer allerlei Rassismen gut, produziert diese Bilder staendig. Natuerlich redet man hier nicht von Unterschicht, man redet nicht von Tuerken, Arabern etc., aber die Assoziation entstehen beim Leser von allein (Gleisdreieck-U-Bahn-Beine breit-Musik hoerend). Dass man sich hier typischer Feindbilder des weissen deutschen Dominanzfeminismus quasi unbewusst oder implizit bedient oder diese bedient, liegt natuerlich alles im Auge des Lesers, sicherlich, ebenso wie es im Auge des Lesers liegt, die rassistischen Schuldzuschreibungen von SZ-Artikeln ueber jenen Scherer8-Konflikt zu entschluesseln, wir werden dazu noch kommen, aber wenn die Scherer8 Pinkler mit Flaschen bewirft, ist das legitime Verteidigung, wenn die Steine von den ‘streetfightern’ fliegen aber Gewalt von ‘Tuerken- und Arabergangs’.

    Kurz gesagt: der ‘Araber/Unterschicht-Junge’: er ist der alte und neue Abschaum der deutschen Elite: die linken Frauen hassen ihn, die linken Maenner fuerchten ihn (ihre rechten Pendants ohnehin), das Berlinale-Publikum verachtet ihn etc., dass man gleichzeitig antira, -ismen-Feind etc. sein kann, versteht sich in solchen Konstellatioen fast von selbst, denn genau das macht den Araber-Jungen ja zum Lieblingsfeind. Und wenn diese Araber-Jungen, niemand zwingt sie dazu, sich fast ruehrend mit einem Plakat fuer ihren Angriff auf die Scherer8 entschuldigen wollen, heisst es in der deutschen Elite-Presse unter Berufung auf weisse Sozialarbeiter harsch, man haben ihnen ‘gesagt sie sollten es tun’, denn das ist ja klar, diese Monster wuerden auf sowas niemals von allein kommen:

    “Über dem Vereinshaus der “Streetfighters” hängt seit ein paar Stunden ein Transparent: “Wir, die Streetfighters, haben keine Probleme mit den Leuten von Scherer8.” Der Sozialarbeiter vermutet, dass das Plakat nicht von den “Streetfightern” geschrieben wurde. “Jemand hat denen gesagt, die sollen das aufhängen, jetzt, wo die Presse kommt.” ”

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/soziale-spannungen-im-berliner-wedding-angriff-aus-der-falschen-richtung-1.1281636-2

    andreask

    February 12, 2012 at 10:32 pm

  2. vermutlich faellt es ohnehin niemandem, oder aber jedem, so ganz auf, dass fuer jeden Berlinale-Rueckkehrer, insbesondere aus der Sektion ‘Forum’, die Welt im wesentlichen oder ausschliesslich von genau zwei Uebeln beherrscht wird: den machtgierigen ’1%’, als da waeren Grosskonzerne, Banken, Regierungspersonal, Diktatoren, Juden etc. und auf der anderen Seite, dem zweiten groessen Uebel, kurz gesagt, den Prolls, der massenhaften rueckstaendigen Unterschicht, die viel zu stark im Proleten-Konsum absorbiert ist als etwas anderes tun zu koennen als der ersteren Fraktion nachzurennen, dazwischen aber, und man geriert sich immer wieder aufs neue, trotz der Massen, die die Berlinale ueberrennen, als drangsalierte Minderheit, agiert ein aufgeklaertes, oft ‘alternatives’ Buergertum, das Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit fuer alle proklamiert so ungefaehr und sich erstaunt die Augen reibt, dass von diesen schoenen Idealen nur niemand scheinbar hoeren will, das ist doch das eigentliche Problem, nicht wahr, niemand hoert dem ‘alternativen (klein)Buergertum’ zu, uns wahren outcasts. Umso aergerlicher dann vor allem, dass man nach diesem erhebenden und erhabenen Erlebnis von Selbstgebenedeitheit mit der U-Bahn nach Hause faehrt und einem auffaellt: obwohl ‘wir’ alle wissen, wer die Probleme macht, was die Probleme sind und wie die Probleme zu beseitigen wären, das haben wir ja schliesslich gerade auf der Kinoleinwand mit anschliessender elaborierter Diskussion gesehen, sind die Probleme noch immer da, die Probleme sind da in Form dieser unflaetigen Unterschichtbengel, die uns, sobald wir auch nur die Stirn runzeln ob ihres unertraeglichen Gebahrens, ein saftiges ‘Hurensohn’ hinterherbruellen, da ist der Nazi von nebenan, der in uns laengst die ‘Schwuchtel’ erkannte und da sind weiterhin die unertraeglichen Grosskonzerne, die die Stadt mit ihren Auswuerfen, als da waeren Werbung, tumbe Blechhaufen und allgegenwaertigem Materialismusterror, zupflastern, nur wir, das gemaessigte, intellektualisierte, Buergertum sitzen wie ein autistischer und friedliebender Affe dazwischen und muessen uns die Ohren, die Augen und den Mund zuhalten um nicht zu SCHREIEN. Kein schoenes Erlebnis, aber damit muss jetzt Schluss sein, wir sollten uns beim naechsten mal besser von vornherein gleich drei Dutzend Karten fuer die Biennalen in Venedig oder Cannes besorgen, da hat man zumindest die Ruhe vor all diesem unwuerdigen ABSCHAUM, ein schoenes Panorama, erhabene Kunstschaetze in unmittelbarer Ungebung, das ist die Wahrheit, da sind wir zumindest ‘unter uns’: wir Revolutionaere.

    andreask

    February 13, 2012 at 6:40 pm

  3. fairerweise sollte man hier klarstellen, dass auch auf Festivals wie der Berlinale Filme gezeigt werden, und zwar nicht zu wenige, die sich ueberaus *kritisch* mit dem sog. Buergertum befassen, typischerweise sehen solche Filme so aus, dass man das staendig um seinen sozialen Abstieg, seinen Ruf, sein Fortbestehen besorgte Buergertum sogenannten ‘archaischen Zwangsbedingungen’ aussetzt und dann gewissermassen schaut, was passiert, aber man weiss ohnehin was passieren wird: die Hochzeitsgesellschaft zebricht unter dem Stelldichein der Braut mit dem flugs herbeiphantasierten Stallburschen am Hochzeitstag, zuerst stirbt die Schwiegermutter, die Zeugin des gar abscheulichen Vorfalls wird, dann verpruegelt die Familie der Schwiegermutter den Ehemann und schliesslich hat der Stallbursche den alles entscheidenden Auftritt insofern, als er die dunkelsten Maechte, die sich denken lassen, in einer Art satanischem Ritual auf den Plan befoerdert, die dann nicht nur das Lieblingpferd des Stallburschen selbst, sondern die gesamte Welt inklusive Hochzeitsgesellschaften, ja allen denkbaren Hochzeitsgesellschaften, gewissermassen in einem riesigen Muttermund, oder so aehnlich, verschwinden lassen, alternativ sorgt ein intergalaktischer Monsterpenis fuer das gleiche Ergebnis, siehe Lars von Trier. Dass die Filme aber niemals so enden, dass sich Ehemann, Ehefrau in spe und Stallbursche anfreunden, ihre albernen Machtspielchen aufgeben und sich zu dritt aufmachen, es sich gegenseitig zu besorgen, versteht sich dabei ziemlich von selbst, das hoechste der Gefuehle in diesen Sphaeren sind vielleicht ernstgemeinte Reportagen ueber Rainer Langhans und seinen Harem, hier darf sich jeder einmal fuer ein paar Minuten gruseln und sich darueber freuen, dass die 68er niemals ueber die altbekannten rechtsregressiven Weltbilder ihrer ProtagonistInnen hinaus kamen, zumindest in der Praxis nicht und dass die ge-rechte Kleinfamilie all das gewissermassen unbeschadet, modulo natuerlich allfaelliger und wohl noch das gesamte naechste Jahrtausend durchzuexzerzierender Bedrohungen durch Stallburschen, braune Roma-Maedels und durchgeknallter Alternativer auf Formentera, ueberlebte. Am Ende solcher Filme, wenn sie denn nicht im Weltuntergang enden, sieht man dann auch meist die gelaeuterte Kleinfamilie irgendwie in die Sonne blicken, siehe Natural Born Killers und jene Roma-Maedchen, Stallburschen und sonstigen perfiden Elemente hat inzwischen der Staub des Vergessens meist buchstaeblich verschluckt: auf einen neues im Reiche der Sublimierung, sagt sich der geistesmuede Buerger im Kinosessel und laedt die vers(g)ammelte Kleinfamilie auf einen Punsch im nahen Moevenpick, sogar die Schwiegermutter ist dabei- und sie lacht vergnuegt.

    andreask

    February 14, 2012 at 1:13 am

  4. ich nehme an, wir brauchen an diesr Stelle nicht jene kuerzlich erschienene Studie anzufuehren, nach der Berlin selbst im deutschlandweiten Vergleich eher zu den ‘intoleranten’, genauer gesagt xenophoben und rassistischen Regionen Deutschlands gehoert und nach der sich nur die sogenannten ‘hippen’ Bezirke wie FH-Kreuzberg im ohnehin europaweit eher rueckstaendigen Bundesdurchschnitt befanden, um zu verdeutlichen, dass in folgendem das ‘wirkliche Deutschland’ aufblitzt, fuer einen Moment nur, eine Kreuzberger Schulklasse wird in eienr S-Bahn nach Auschwitz gewuenscht ‘Deutschland den Deutschen’ murmeln zustimmend die Beobachter, der Rest schweigt und schaut weg und sicherlich, legt man auch nur die Philosophie der ‘Ethnopluralisten’ a la Benoist, Eichberg und Harzheim et al. zugrunde ist dem exakt so: Deutschland den Deutschen, mit welchem Argument wollte hier jemand widersprechen, vielleicht in dem Glauben, leicht modifizierte Regelungen zum Blut-und Boden-Staatsangehoerigkeitsrecht wuerden hieran etwas aendern? Die Tuerkei den Tuerken und Deutschland den Deutschen, so war es immer in Europa und so wird es immer sein. Denn wer wollte wich vor dieser bitteren Wahrheit verschliessen, wenn selbst ungarische Philosophie-Studenten auf Erasmus sich nicht entbloeden, auf facebook in ‘Welches Land hat als erstes 1 Million Fans? Ungarn!’-Gruppen zu sein, wer wollte da von jener ungarischen Roma-Familie reden, die kurz vor ihrer Flucht nach Toronto von lokalen Nazis dahingemordet wird, ach nein, da machen wir doch lieber einen hippen Film fuer die Berlinale, das schlachten wir gleich aus, mit ‘langem Castingprozess’ unter hunderten Roma-Darsteller-Anwaertern, normale und durchschnittlich begabte Roma, also nein, wer wollte diese den Kinozuschauern zumuten und mit diesen Castings *integriert* man ja schliesslich jene verfolgte Minderheit, zeigt ihr: seht, wenn ich euch nur genuegend anstrengt, ist sogar eine Rolle in einem Film ueber eure Vernichtung drin und das intellektuelle bourgeoise Publikum auf der Berlinale schliesst such ins Herz und nickt eure Vernichtung ab.

    “Laut schimpfte der Mann mittleren Alters „Scheißtürken“, „Türkenpack ab nach Auschwitz“ und „sollte man vergasen“. Der Großteil der Schüler hat einen Migrationshintergrund, die meisten Jungen und Mädchen sind türkischstämmig. Der Zug war voll, andere Fahrgäste schritten nicht ein. Die Pädagogen rieten den Kindern, den Mann zu ignorieren: „Schaut einfach nicht hin!“ Es waren nicht die einzigen Beleidigungen, die die Klasse in dem Zug hörte. Schon zuvor hatte sich eine Frau rassistisch geäußert. Anders als der Mann murmelte sie aber nur leise vor sich hin: „Das ist ja gar nicht mehr deutsch hier. Deutschland den Deutschen.“”

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/fremdenfeindliche-beleidigung-grundschulklasse-in-s-bahn-rassistisch-beschimpft-/6237276.html

    “Nur der Wind“ hat der ungarische Regisseur Bence Fliegauf seinen Wettbewerbsbeitrag genannt. Fliegauf, bisher schon zweimal bei der Berlinale im Forum vertreten, greift in seinem auf tatsächlichen Ereignissen beruhenden Film rassistische Übergriffe in den Jahren 2008 und 2009 auf, bei denen Roma-Familien attackiert wurden und sechs Menschen ermordet worden.
    Nicht nur Fliegaufs Story ist authentisch, auch seine Schauspieler sind es. Er hat ausschließlich mit Laiendarstellern gearbeitet, die er in einem langen Prozess unter Roma-Familien gecastet hat.”

    http://festival-blog.abendblatt.de/2012/02/16/terror-gegen-roma/

    ‘authentisch’, gewiss, so authentisch wie man eben sein kann in der zynischen Glocke der ‘links-buergerlichen’, und hier passt es einmal wirklich, Gutmenschen.

    andreask9

    February 21, 2012 at 7:20 pm

  5. ..man muss sich das vor allem vor Augen halten, dass dieses Filmteam samt makeup-Experten, Kameraleuten und Casting-Spezialisten durch die winzigen ungarischen Doerfer zieht, Handzettel unter den dortigen als Roma ‘bekannten’ Leuten austeilt auf denen man ankuendigt, man veranstalte ein ‘Casting’ fuer einen Film ueber einen bestialischen Mehrfach-Mord in ihrer Nachbarschaft, unter ihren Verwandten gewissermassen. Und man muss das ja annehmen, dass vor allem die Juengeren einen sehr genauen Begriff haben von ‘Casting’, die ungarische Version von Big-Brother flimmert ganz zweifellos auch in ihren mehr oder weniger ausgegrenzten Alltag und dann fragen die Kinder ihre Eltern mit leuchtenden Augen: duerfen wir zu diesem Casting, duerfen wir es versuchen und fuer ein paar Tage stellt man sich das vor, aus der grauen ungarischen Provinz zwischen Nazis und Kleinbuergertaetern zu entfliehen, nach Budapest, ins Filmstudo, womoeglich spaeter Hollywood, die Glitzerwelt, der Millionenerfolg, Starruhm etc. und am Ende sitzt man nur in einem langen grauen Flur mit Dutzenden, wenn nicht Hunnderten anderen, die alle dasselbe dachten und diejenigen, die man schliesslich erwaehlt, natuerlich das Castingteam immer freundlich, kaum herablassend, netter fast als im Fernsehen, diejenigen die man erwaehlt schaemen sich am Ende fast dafuer, verheimlichen es in ihrer Nachbarhschaft, reden nicht darueber, man spuert foermlich, etwas ist falsch. Bei der Berlinale steht man verschaemt und ungelenk im Rampenlicht und man weiss: es hat sich nichts geaendert und es wird sich nichts aendern, man sehnt sich zurueck in seinen kleinen Alltag mit den kleinen Momenten des Gluecks, des Vertrauens und der Naehe unter uns Ausgestossenen.

    andreask9

    February 21, 2012 at 11:01 pm

  6. ..eine ganz andere Spezies von Leuten mit eher schwach ausgepraegtem Bewusstsein fuer die Grenzen ihrer wissenschaftlichen Kompetenzen sind gemeinhin oder bekannterweise ‘Raketenforscher’, allzu oft auch Astrophysiker, die im Zusammenhang mit der ‘Notwendigkeit der Besiedlung des Weltalls’ in geradezu beaengstigender gechichtlicher Konsequenz an die ‘Entdeckung Amerikas durch Kolumbus’ erinnern, dass damit ein nahtloser Zusammehang zwischen Groessenwahn, elitistischen ‘Menschheitstraeumen’ von der ‘Flucht ins Weltall’, Rassismus und Kolonialismus hergestellt wird, ficht den Nasa-Chef von heute nicht an:

    “50 Jahre nach Gründung der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist deren Chef Michael Griffin von der Notwendigkeit einer Erforschung des Alls überzeugter denn je. „Ich denke, von ihr hängt das Überleben der Menschheit ab“, sagt er. Zwar stecke die Raumfahrt immer noch in ihren Anfängen und sei von vielen Unbekannten begleitet, doch ähnele sie damit nur der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus: Wie Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, habe Kolumbus nach seinem kurzen Aufenthalt auf dem neuen Kontinent kaum sagen können: „Ich habe die Neue Welt erkundet.“ Ähnlich ergehe es heute der Raumfahrt: „Wir sind gerade mal mit neuen Welten in Berührung gekommen, mehr nicht.“ ”

    http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article2512060/Raumfahrt-sichert-das-Ueberleben-der-Menschheit.html

    Ich denke, es lohnt sich sicherlich, die Psyche und das Selbstverstaendnis von Leuten wie Griffin genauer zu beleuchten, um nachzuweisen, dass ein Gros der globalen ‘Raketenforschung’ und Raumfahrt Ideen in sich traegt, die wiederum und wesentlich im europaeischen Faschismus gepraegt wurden und zu einiger Groesse gelangten. So eine Art ‘tausendjaehriges Reich’ auf Alpha Centauri, aber ich glaube die ‘tausend Jahre’ sind nicht ganz die Skala, auf der Raketenforscher denken und sich dabei als Visionaere geben, wo es ihnen in Wirklichkeit darum geht, der in Umweltzerstoerung, Kriegen und Verfolgung versinkenden Menschheit ‘Traeume’ zu geben: auf ihr Helden, auf ins Weltall, hier naht die Rettung unserer aller Seelen, hier gilt es Visionen zu verteidigen, wie sie ja schon, huestel, Kolumbus bei der ‘Entdeckung Amerikas’ hatte, sicherlich.

    andreask9

    February 23, 2012 at 5:09 am

  7. ..vielleicht noch ein Wort in der unsaeglichen Debatte um das angeblich ‘falsche Zitieren’ achso ‘differenziert’ denkender kuenftiger Autoritaetspersonen vom Schlage Gaucks, die vermeintlichen Entkraefter jener ‘falschen Zitierer’, siehe Julia Seeliger, nehmen es mit dem genauen Lesen jener ‘differenzierten Standpunkte’ offenbar selbst nicht so genau, schliesslich schreibt man ja inzwischen fuer die FAZ, aber zitieren wir kurz und im Grunde ueberfluessiger Weise hieraus:

    http://faz-community.faz.net/blogs/allerseelen/archive/2012/02/20/kurz-und-gauck.aspx

    “(SZ)Wie würden Sie das deutsche Integrationsproblem beschreiben?

    Gauck: Es besteht nicht darin, dass es Ausländer oder Muslime gibt – sondern es betrifft die Abgehängten dieser Gesellschaft. Darum erscheint es notwendig, und das ist meine Kritik an Sarrazin, genauer zu differenzieren und nicht mit einem einzigen biologischen Schlüssel alles erklären zu wollen. Und plötzlich wird aus einem Hype eine nüchterne Debatte.

    (Seeliger)Man sieht: Gauck macht sich nicht mit Sarrazins Inhalten gemein, sondern kritisiert Sarrazins Biologismus im Gegenteil sogar.”

    ‘Man sieht’, in der Tat, nur leider denkt man nicht, Gauck kritisiert naemlich mitnichten Sarrazins Biologismus oder biologistische ‘Argumente’ per se sondern, woertlich zitiert, die ‘Tatsache’, dass Sarrazin mit diesem ‘einzigen biologischen Schluessel alles erklaeren wolle’, was selbst Sarrazin nicht einmal tut, so offen rassistisch ist er dann doch nicht, im Grunde kritisiert er Sarrazin also nicht einmal faktisch, weil es ihm nicht moeglich ist: er stimmt mit dessen Biologismus als sozusagen ‘einem’ der nonchalant und aus dem Hut heraus aufgefuehrten Gruende fuer das ‘Integrationsproblem’ augenscheinlich voellig ueberein. Seht ein bisschen Bildungsferne, ein bisschen Inzest, ein bisschen Islam und dann wird schon ein runder Schuh der ‘Abgehaengten’ daraus, ich glaube, das Wort Rassismus wuerde ‘Gauck’ zur Charakterisierung der ‘tief guten’ Deutschen niemals ueber die Lippen kommen, denn ein Rassist, das ist er ganz offenbar selbst, ein Rassist, dessen Aussagen sich wie der Inhalt einer Zahnpastatube beliebig zerdehnen lassen, schliesslich steht man in der Tradition der ‘tief guten Deutschen’, die es mit der Schaerfe und dem Rationalismus beknntermassen wenig genau nehmen, aber leider Gottes weniger aus Schwaeche, sondern aus einem laengs der Verlogenheit entspringenden Selbstschutz, einem in der Tat bitter notwendigen Selbstschutz, denn darin ist man es wirklich: ‘tief gut’.

    Denn wie sagte Gauck in seiner Replik an Merkel, noch ganz ergriffen von der Aussicht auf seinen baldigen Machtzuwachs, was gibt er den ‘Menschen in diesem Land’ zu ‘lernen’ auf:

    “Von all den Dingen, die Sie heute gesagt haben und in die Sie Ihre Wünsche und Glückwünsche gekleidet haben, ist mir am Wichtigsten, dass die Menschen in diesem Land wieder lernen, dass sie in einem guten Land leben, das sie lieben können.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/wulff-unter-druck/noch-nicht-einmal-gewaschen-joachim-gauck-startet-mit-spontan-rede_aid_715808.html

    andreask9

    February 24, 2012 at 12:54 am

  8. nicht umsonst voellfuehrt Dieter Stein in der “Jungen Freiheit” Gauck betreffend wahre Luftspruenge, Harzheim applaudiert verschaemt daheim:

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M576e8554d38.0.html?PHPSESSID=4053111908ed31aa9f0ee385f2c01695

    “Joachim Gauck – trotz konservativer Färbung keinem politischen Lager eindeutig zugehörig – ist es zuzutrauen, die Aussöhnung der Deutschen mit sich und ihrer Geschichte zu forcieren. Sein Plädoyer für Vaterlandsliebe und Freiheitswillen, sein beispielgebender Patriotismus könnten die Normalisierung unserer Nation befördern. Von ihm sind intellektuelle Impulse, geschichtspolitische Akzente zu erwarten, kurz: eine geistig-moralische Führung, zu der das versammelte Bundeskabinett nicht mehr in der Lage ist. ”

    Im Kommentarteil liefert man gleich Glaucks ‘tief guten’ Europapatriotismus nach, der sich bei genauerem Hinsehen als nichts anderes als als Bundfaltenhosenrassismus in salbungsvollen Worten entpuppt, man zitiert Gauck aus seinem seltsam bescheuert ‘Freiheit-ein Plaedoyer’ titulierten Buch:

    “Europa ist trotz mancher uns auch ängstigender Krisen der Kontinent, nach dem sich die Menschen in anderen Teilen der Welt sehnen, zu dem sie fliehen wollen und den sie nicht erreichen. Kann nur ein polnischer Ministerpräsident wie Donald Tusk, der die Unfreiheit des Sozialismus erlebt hat, formulieren, was unser aller Grundeinstellung zu Europa sein sollte: „Es ist tatsächlich der beste Ort der Welt, etwas Besseres hat bisher niemand erdacht!“”

    ..hier haben wir es auch wieder: das verschaemte Zitieren von ‘Wahrheiten’, von denen man offenbar selbst weiss: spraeche man sie ohne diesen rhetorischen Kniff aus, ohne diesen Lendenschurz der ‘Zivilisiertheit’, stuende man, und zwar zurecht, als daemlicher Rassist da, so aber gibt es stets irgendwo einen bloeden, den man, natuerlich gaenzlich aus dem Zusammenhang gerissen(!), fuer seine populistischen Lokal-Patriotismen in Anspruch nehmen kann, so setzt sich das eben fort, das lustige Zitieren im Reigen, und am Ende keucht und rotzt man seinen peinlichen Nationalismus und Rassismus den Leuten, selbst denen, die gut haetten darauf verzichten koennen, per Internet in die gute Stube, so geht das im schoenen D.

    andreask9

    February 24, 2012 at 1:20 am

  9. ..vielleicht noch einmal eine etwas formellere Untersuchung der Aussage Gaucks:

    “Darum erscheint es notwendig, und das ist meine Kritik an Sarrazin, genauer zu differenzieren und nicht mit einem einzigen biologischen Schlüssel alles erklären zu wollen.”

    Das bezeichnende hieran ist ja, dass die logische Schwaeche auf beiden Seiten zu bestehen scheint: auf der Seite Gaucks, wenn er damit ‘seine Kritik’ an Sarrazin auf den Punkt zu bringen meint und ihm in Wirklichkeit nirgends widerspricht und auf der Seite der ‘Kritiker der Kritiker’ Gaucks, wie etwa der
    ‘web-Progammiererin’ (huestel) Julia Seeliger, die grundlgendste elementarlogische Regeln nicht zu kennen scheint, im uebrigen ein haeufiges Phaenomen unter PrraxiSS-nahen Informatikern, wo von der Logik ihrer mathematischen Grossvaeter (s.u.) meist kaum mehr als ein kruder Jargon zwischen ‘indirekter Addressierung’ und ‘lokalen Variablen’ bleibt und niemand kann eigentlich abseits ‘handwaving’ praezise sagen, was darunter zu verstehen ist. Gauck sagt also es ist notwendig, folgende Aussage zu verneinen:

    (**) “Der biologische Schluessel erklaert alles”,

    also im Kontext etwas praeziser bzw. ausfuehrlicher:

    “Alle ‘Integrationsprobleme’ sind biologisch erklaerbar”

    und noch etwas formaler, sei M die Menge der ‘Integrationsprobleme’:

    “Fuer alle Aussagen A gilt: A aus M => A ist biologisch erklaerbar”

    Die formale Verneinung dieser Aussage ist aber nach Regeln grundlegender Logik (NOT(A=>B) aequiv. (A AND NOT B) sowie NOT(for all A) aequiv. (exists NOT A ) fuer irgendwelche Aussagen A und for all/exists der All- bzw. Existenzquantor:

    “Es existieren Aussagen A so dass: A aus M UND A ist nicht biologisch erklaerbar.”

    kurz gesagt und wie schon weiter oben behauptet, die korrekte logische Verneinung obiger Aussage (**) ist: es *existieren* ‘Integrationsprobleme’, die nicht biologisch erklaerbar sind. Gauck sagt also streng genommen nicht einmal, dass die Menge der NICHT biologisch erklaerbaren ‘Integrationsprobleme’ IRGENDWIE groesser sein muss als die Menge der ‘biologisch erklaerbaren Integrationsprobleme’, er sagt insbesondere NICHT, dass letztere Menge irgendwie leer sein muss, er sagt nicht, dass es auch nur ZWEI verschiedene ‘Integrationsprobleme’ gibt, die NICHT biologisch erklaerbar sind, aber er sagt: es gibt EINES. Nun schoen, vielleicht die Tatsache, dass es unter protestantischen deutschen Pfarrern sowenig Nachkommen muslimischer Familien gibt, das ist doch klarerweise ein NICHT (nur) BIOLOGISCH erklaerbares Phaenomen bzw. ‘Integrationsproblem’, waeren wir damit Herrn Gauck soweit entgegengekommen, ist es das was er uns sagen wollte? Wir fuehren uns so unendlich weise und aufgeklaert, jedesmal, aber auch wirklich jedesmal wenn unser kuenftiger Praesident das Wort ergreift, das ist die Wahrheit.

    andreask9

    February 27, 2012 at 2:45 pm

  10. noch ein kurzer Seitenhieb auf die Praxisfanatiker aus dem Oekokontext einer Kreuzberger Schinke09, das raetselhafte ist doch, und man erstaunt hier immer wieder, wieviele jener weissen deutschen ‘Rastalockenalternativen’ im ‘wirklichen Leben’ ueberaus straighte Ingenieure, Wirtschaftsingenieure, BWLer, Maschinenbauer sind, sicherlich, es geht ja darum, die ‘Welt zu verbessern’ und zwar moeglichst schnell, nur warum man deshalb die ‘diesseitigsten’, philosophisch und intellektuell flachsten und un-visionaersten Faecher studieren muss, die selbst die TU Berlin zu bieten hat, wird mir ewig ein Raetsel bleiben…(vielleicht geht es ja auch nur darum, sich auch langfristig die Wohnung in Kreuzberg leisten zu koennen, jetzt wo uns selbst Charlottenburg zu heruntergekommen ist..), aber sehen wir genauer hin, erinnern wir an jene ‘Geooekologie’-Studentin, die neulich bei unserem werten Autor wegen ihrer Matheaufgaben war, sie liess wie nebenbei fallen, es waere doch ‘trivial’, dass der Golfstrom sich schon in Kuerze aus Europa verabschiede, aber wollte partout nicht einsehen, dass diese angeblich so triviale Einsicht ein Verstaendnis von Differentialgleichungssystemen verlangt, das ihr selbst bei deren einfachsten Beispielen, die die Mathematik und Physik zu bieten hat, naemlich gewoehnlichen Differentialgleichungen zweiter Ordnung mit konstanten Koeffizienten absolut fern lag, sie WOLLTE sich damit einfach nicht beschaeftigen, es war unter ihrer Wuerde, hundertmal konnte man versuchen, ihr die Bedeutung des charakteristischen Polynoms zur Charakterisierung der Loesungen nahezubringen, es wollte sie nicht interessieren. Nun koennte man sagen: das sind aufgeklaerte Leute, sie WOLLEN sich nicht mit den Inhalten der ‘Unterdruecker’ befassen, nur in Wirklichkeit sitzen diese Leute fuenf Jahre spaeter da, lassen sich irgendeinen Wisch vorsetzen und nicken die Methoden und Programme ihrer Vorgesetzten ab, um sie dann auf ‘ruby on rails’ mit ein paar hanebuechenen Routinen zu installieren, immer ohne zu wissen (und sich vor allem auch nicht dafuer zu interessieren, wird schon ‘irgendjemand’ durchdacht haben), was in Wirklichkeit vor sich geht. Dass das natuerlich auch genau jene Leute waren, die vor siebzig Jahren als Absolventen der TU Berlin des Fuehrers ‘hochfliegende’ Plaene gleichmuetig und bereitwillig und ohne echte Alternativen hierzu in die Tat umsetzten, steht auf einem anderen Blatt, man erinnere sich: zwei drittel aller ‘Wandervoegel’ landeten in der NSDAP. Aber im Grunde, im Vertrauen gesagt, geht es uns doch ohnehin nur darum, unsere dicke Privilegierten-Knete fuer irgendeinen Praxis-SCHEISS im Feinkost-Areal einzustreichen, denn wer will schon als verarmter Mathematiker sich mit baerbeissigen BWLern im Jobcenter herumschlagen muessen, uns ist voellig egal, wieviel wir fuer unser Dachgeschoss zahlen muessen, sollen doch die anderen zu Hoelle fahren, wir haben jedenfalls STUDIERT(huestel) und sind ganz vorn an der Front der Banalitaeten.

    http://www.detschilke.de/portfolio_politics/pages/pre-20031204DS019.html

    (Vermutung: es gibt keinen einzigen (nicht-angewandten) Mathematiker unter 5000 Gruenen- und Greenpeace-Mitgliedern, 10 euro fuer jeden, der mir ein Gegenbeispiel nennt)

    andreask9

    March 1, 2012 at 5:06 am

  11. vielleicht noch kurz hierzu, während man es schaffte die ‘politische Elite’ dieses Landes gewissermassen ‘ideologisch’ dem ‘Volke’ insofern anzunaehern, als dass kuenftig unser aller Praesident die gleichen Worte in den Mund nehmen darf, wie sonst nur Glatzen und Salonfaschisten (etwa: ‘Überfremdung’, ‘Holocaust-Religion’), wir diskutierten einige Beispiele oben, durften, heisst das noch lange nicht, dass es sich nicht nach wie vor um Uebermenschen handeln wuerde. Am Beispiele dieser Uebermenschen macht dann auch jemand wie Klaus Wowereit ein fuer allemal klar, was es mit der Charakateristik von ‘Arrbeit’ in diesem achso fleissigen Lande in Wirklichkeit auf sich hat, man meint fast, er haette Hannah Arendt gelesen, Wowereit entdeckt die Gefahr das animal laborans, aber diese Gefahr scheint nur einem so ganz zu drohen:

    “Ex-Präsidenten dürften nicht in die Lage gebracht werden, sich einen Arbeitsplatz aus rein finanziellen Gründe suchen zu müssen, so der Vizevorsitzende der SPD weiter. Altbundespräsidenten würden nach ihrer Amtszeit weiter als Repräsentanten des Landes wahrgenommen. Dazu müssten sie würdevoll mit ihrer öffentlichen Rolle umgehen können, sagte Wowereit.Damit sei auch im Fall des zurückgetretenen Christian Wulff die Zahlung des Ehrensolds über jährlich 199.000 Euro „sachlich angemessen“.”

    http://www.tagesspiegel.de/politik/diskussion-um-ruhestandsbezuege-wowereit-verteidigt-ehrensold-fuer-wulff/6283610.html

    Nein, fuer ex-Praesidenten kann unmoeglich das gelten muessen, was fuer alle anderen ‘Buerger’, vor allem aber so tendenziell arbeitsscheue Vertreter wie Muslime, Linke und Juden, gelten soll: arbeiten wegen des Geldes, das ist doch nicht mit Wuerde vereinbar, wo denkt das stupide und bekanntermassen ohnehin voellig wuerdelose Fussvolk da hin, deshalb ist es zweifellos legitim, wuerdevolle Uebermenschen mit jaehrlichen Pensionen auszustatten, mit denen man verarmte Mathematiker sage und schreibe DREISSIG Jahre lang in die Lage versetzen koennte, papers ueber eta-Invarianten, symplektische Spinoren und Higgs-Paare, Frobeniusstrukturen, allerlei mirror-Vermutungen und symplektische Verknotungen zu schreiben, alternativ jaehrlich eine ganze Armada von verarmten Mathematikern finanzieren koennte, aber nein, wir wissen ja, diese Vergleiche sind unstichhaltig, denn Wissenschaft in diesem Land wird ja hoch geschaetzt, mindsestens so hoch und so lange wie Jenaer Individual-Psychologen ihre primitiven Gleichsetzungen von Diskriminierung und Unterdrueckung von Minderheiten mit ‘Kulturkonflikten’ und mangelnden Bejahungen von ‘Leitkulturen’ oeffentlich finanziert vornehmen duerfen. Denn wozu sind denn unsere Eliten da, natuerlich um das Ungeziefer und die Terroristen klein und dort wo es hingehoert zu halten: im verallgemeinerten Dreck, das ist schliesslich eine Aufgabe fuer die es der allergroessten diskursiven Anstrengungen und also Wuerde bedarf, das ist die Wahrheit.

    andreask9

    March 3, 2012 at 6:52 pm


Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.