la monodromie dialectique

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Kunst und Affirmation II: Kameradin

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Und unversehens sieht man sich in eine Zwischenwelt, in eine Art Zwielicht geschleudert, wenn man sich fragt und zu fragen gezwungen sieht, was das denn waren fuer Frauen, die sich spaeter als die Freunde jenes Agitators und Menschenfeindes wiederfanden und man sieht sich gezwungen zu fragen was das fuer Frauen waren, die sich spaeter in diese Tochter des ueberlebensgrossen Schriftstellers phantasierten und und man fragt sich was sie denn waren, was sie getrieben hat und man bekommt zur Antwort: wir sind Menschen und wir haben geliebt, Andreas. Man sieht sie noch vor sich diese Frau, die man in jenem Kreuzberger Theater kennenlernte und die einen ploetzlich ansprach und ihr Blick sagte: ich kenne dich, ich weiss wer du bist und der man halbstundenlang von Mathematik erzaehlte, aus Angst, das Thema oder sich selbst zu verlieren, sich zu verlieren im Ungefaehren und sie nicht mehr zuhoerte und die irgendwann fragte, ohne etwas zu sagen, wir kennen uns erst eine Stunde, aber wir sind einsam, ich weiss du bist einsam und was ist deine Richtung nachhausezugehen? Und der man antwortete, ohne etwas zu sagen, was ist meine Richtung, also diese es ist weit und umstaendlich und wir koennten, aber denke doch nur diese Gefahren und überhaupt wie unaufgeraeumt meine Wohnung und du hast ja keine Vorstellung was koennte denn passieren, was koennte passieren in dieser Nacht. Und die man darob verstiess, deren Blick gesagt hatte, dieser Augenblick wird vielleicht niemals wiederkehren und man hatte es gewusst, dass dieser Augenblick nie wiederkehren wuerde und sie war ins Dunkel der Nacht verschwunden ohne einen Blick. Und es waren diese Frauen, die einem in einem schnellen Entschluss direkt auf der Wrangelstrasse vors Damenfahrrad liefen, die man noch anbruellte, nachdem man ihnen in einem scharfen Bogen ausgewichen war und die man dann ansprach, ohne sich zu entschuldigen und deren Augen sagten: ich kenne dich, ich weiss wer du bist. Diese Frauen, die sagten, sie moegen dieses Staatstheater nicht, dieses offizielle Theater, als man zufrieden in einem Buch blaetterte vor einem Antiquariat, das eben dieses Staatstheater darstellte und man hatte nichts sagen koennen, man war verlegen geworden, weil man ja im Grunde wenig anderes kannte als das: das Staatstheater und diese Frauen hatten spaeter gesagt: ich habe dir diese falsche Nummer gegeben Andreas, aber ich habe es nicht mit Absicht getan. Und es waren jene Frauen gewesen die gesagt hatten oder es angedeutet hatten, dass ihre Eltern aus Marokko gefluechtet waren, oder aus Tunesien, dass sie politische Fluechtlinge gewesen waren und sie in Reinickendorf aufgewachsen war, als Kind einer juedischen Familie aus Marokko, aber das hatte sie ja nicht gesagt, als wir dort sassen, in jenem veganen Restaurant an der Wiener Strasse und wir gluecklich gewesen waren, gluecklich fuer diesen Moment uns hier gefunden zu haben. Und sie hatte gesagt: Andreas, ich habe eine Auffuehrung in vier Wochen, wirst du kommen und man hatte gesagt, ja ich werde kommen, ich werde dort sein, es versteht sich doch von selbst und am Ende war man nicht dortgewesen, man war nicht hingegangen, vielleicht aus Angst, vielleicht war man auch nur zehn Minuten zu spaet gewesen und man hatte den Tuersteher angebruellt, so laut, dass sie es im Theater, auf der Buehne hatten hoeren muessen. Und es waren diese Frauen, die gesagt hatten: hier koennte ich mir vorstellen zu wohnen, hier in Neukoelln, als man sich auf der Sonnenallee von ihnen trennte, die man jahrelang vermisst hatte und die man viel spaeter bei facebook gefunden hatte, auf diesen kleinen unscharfen Bildchen und die geschrieben hatten: Andreas, ich erinnere mich kaum an dich, wo haben wir uns getroffen, ich lebe jetzt in einer anderen Welt, weit weg von Berlin, weit weg von Kreuzberg und ich bin gluecklicher hier, gluecklich hier zu sein. Und es waren diese Frauen, die aufgingen in den Traeumen der Vergangenheit, die mit leuchtenden Augen auf diesen kleinen unscharfen Fotos diese Gewaender einer laengst vergangenen, vielleicht goldenen Epoche trugen und die einem Bilder von meditierenden Moenchen schickten und die sagten ohne es zu schreiben: sieh, sie erinnern mich ein wenig an dich.

Written by andreask9

January 15, 2012 at 2:11 am

Posted in Uncategorized

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