Traverser les lignes rouges
An dieer Stelle sei den getreuen Lesern vielleicht ein Hinweis in eigener Sache gestattet: unter obigem Titel findet man seit kurzem hier eine gewissermassen unverbindliche und nicht-repraesentative Auswahl der ‘besten’ nicht-essayistischen und leider groesstenteils wenig ‘politischen’ Prosatexte aus diesem blog sowie noch ein wenig, nun ja, Lyrik, sowie fernerhin einige bisher unveroeffentlichte Texte inkl. der überaus weit ausholenden Geschichte ‘Das Meer’. Überfluessig zu erwaehnen, dass jedwede Prosa und Lyrik in diesem Band auf frei erfundenen Begebenheiten basiert, Aehnlichkeiten mit lebenden (oder verstorbenen) Personen rein zufaellig sind etc. und insbesondere keinerlei biographische Bezuege existieren, ein Punkt den hier zu erwaehnen von allergroesster Wichtigkeit erscheint. Wen es interessiert, bitte kaufen, in Kuerze wird das Ganze hoffentlich auch als Billig-ebook erscheinen (wen’s nicht interessiert: auch kaufen, danke). Ferner sei noch angemerkt, dass diese Texte als ‘kuenstlerisches’ oder historisches Dokument die Geistesverfassung des Autors zur Zeit ihrer Entstehung spiegeln, und deshalb durchaus nicht alle geeignet sind, den Masstaeben fortgeschrittener emanzipativer Diskurse vollstaendig zu genuegen, man moege das mit Hinweis auf das in diesem blog diskutierte und die (weisse, prvilegierte) Sozialisation des Autors im Einzelnen entschuldigen.
Yolanda traegt ein wunderbar blau-weiss gebluemtes Kleid, das irgendwie, wie ich sofort denke, alternativ aussieht, sie ist ein wenig klein, hat blonde Locken und ein ein wenig veraengstigtes Lachen auf ihrem runden jungen Gesicht, das mich fragt, ohne etwas zu sagen: Gibst du mir von deiner Schokolade. Und ich frage sie auf englisch, ob sie nicht etwas von meiner Schokolade abhaben will und sie antwortet ‘certainly, thank you’ und ich frage sie, wo das Meer sei, ich deute auf die niedrigen gruenen Buesche, die vorbeihuschen, auf den Horizont, und frage sie, wo das Meer sei. ‘The sea! The sea!’ antwortet sie, lacht einen Moment spoettisch auf und verschwindet mit der Haelfte der Schokolade im Gang.